Zuhause.

von Ignatius Löckemann

Die Tage habe ich der Familie meines Patenkindes geschrieben, dass ich demnächst bei meinem Vater sein werde, ihn zu besuchen: Vielleicht können wir uns auch sehen? – war meine Frage. Und die Antwort? Wir arbeiten bis… danach sind wir wie seit acht Wochen zuhause… Und das geht wohl ganz vielen so. Und auch, wenn es Lockerungen gibt und geben wird – ein Teil der Vorsicht wird auch bleiben für die nächste Zeit.

Zuhause – das ist der Ort, wo ich ständig lebe, mich aufhalte. Wenn jemand jung ist, dann ist das vielleicht noch das Haus, die Wohnung der Eltern, der Familie. Zuhause fühlt sich erstmal gut an. Es spricht von Sicherheit. Da gehöre ich hin, da atme ich auf, da ist es so, wie ich es gernhabe. Klar, es gibt auch ein schwieriges Zuhause. Und allein zu Haus ist auch nicht nur schön (das wusste schon Kevin – Allein zu Haus im gleichnamigen Kinofilm von 1990).

Im Evangelium dieses Sonntags (Joh Kapitel 14, 1-12) spricht Jesus gleich zu Beginn von seinem Zuhause: Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Na, das ist doch gut, dann ist da ja genug Platz für alle – und genauso ist es gemeint: Mein Zuhause ist auch dein Zuhause. Es ist unsere künftige Bleibe, dieses Haus seines und unseres Vaters.

Es ist auch ein Bild des Miteinanders: Unser Zuhause spricht von Familie und von den Freunden*innen; dahin wird man eingeladen, was total schön ist; zuhause habe ich gern liebe Menschen zu Gast. Hier wird Leben geteilt, Leid auch; es wird gefeiert und gestaltet. Und so hat das Bild vom Haus meines Vaters zweierlei Bedeutung: In Gott haben wir eine künftige Bleibe und eine ständige Bleibe dazu. Denn er wohnt bei den Menschen, mitten unter uns, wie es in der Bibel immer wieder heißt (und nicht nur an heiligen Orten – nein, überall!). Manchmal vielleicht mitten unter uns unerkannt (vgl. Joh Kapitel 1,26) – doch er verlässt uns nicht, das hat er durch Jesus versprochen: Ich bin bei euch (Mt Kapitel 28,20) – immer und überall. – Und für diese Zuversicht stehen gerade auch Mütter und mütterliche Menschen; in diesem Sinne: Gute Wünsche und Segen zum Muttertag!

Mein Zuhause ist da, wo mein Herz ist, heißt es manchmal, Gott. Dein Herz ist riesig und ist ein Zuhause für uns. Lass uns immer mal deine Nähe auch spüren und erkennen. Mit einem Zuhause im Rücken lässt sich besser leben. Und die, die kein wirkliches Zuhause haben, denen nimm dich besonders an. Amen.