Dazwischen.

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von Ignatius Löckemann

Zwischen den Jahren – eine eigenartige Zeitangabe, wie ein zeitliches Niemandsland. Die Feiertage von Weihnachten sind vorbei. In diesem Jahr in eigener Form. Wie mögen sie gewesen sein? Weniger stressig als sonst, wo dies immer wieder beklagt wurde? Vieles wird gefehlt haben; vor allem die Menschen: Familie und Freunde, Patenkinder und Großeltern. Aber auch der volle Tisch – voll von Leckerem und voll von Menschen daran. Es liegt hinter uns – wie auch immer es war. Vorbei. Abgehakt und erledigt.

Und nun? Die Zeit dazwischen – zwischen Weihnachten und Silvester-Neujahr. Auch hier in eigener Form (was immer das heißen mag). Noch weniger wie sonst – keine Partynacht. Kein Come-together. Kein Feuerwerk. Werde wir den Wechsel von Jahr zu Jahr überhaupt bemerken…?

Zwischen den Jahren, zwischen den Feiertagen – dazwischen liegen ein paar eigenartige Tage; aufräumen, ausruhen und vorbereiten heißt es sonst. Vielleicht auch jetzt? Ich mag diese Zeit dazwischen irgendwie. Es können Bilanz-Tage werden, wenn ich mag. In Ruhe zurückschauen in das Jahr 2020. Genauer hinschauen, was da eigentlich alles gewesen ist – über COVID-19 hinaus. Vielleicht meinen Kalender in die Hand nehmen (oder digital durchstöbern).

Wo bin ich gewesen? Wen habe ich getroffen? Was war besonders? Was kam dazu? Wer kam in meine Nähe? Was habe ich (dazu)gelernt? Was war schwer und schmerzhaft? Wen musste ich loslassen oder was verabschieden? Welche Grenze habe ich nicht überschreiten können oder dürfen? Was ist gewachsen, was weniger geworden? Wo gab es eine Sternstunde? Was war mein Highlight und wer mein Traummensch oder wer mir Held:in? Möglicherweise gibt es noch andere Richtungen oder Blickwinkel für meine Bilanz. Und dann: Fühlen. Genießen. Traurig sein. Zufrieden auch. Mut spüren. Ohnmacht aushalten. Kraft tanken. Und: Ausschau halten nach dem, was noch nicht da ist, aber kommen wird: 2021. Irgendwie nur ein neues Kalenderblatt. Und doch viel mehr: 365 Möglichkeitstage. Gott spricht: Ich will dich segnen. Ein Segen sollst du sein. (Jahresthema der Malteser 2021 nach dem Buch Genesis Kapitel 12, Vers 2).

Dazwischen – das ist auch dein Raum, Gott. Im Zwischenraum legst du Spuren. Gib deinen Segen in das Neue vor uns. Und stärke Zusammenhalt und Menschlichkeit. Das brauchen wir besonders. Amen.